Der Hasenhirt.

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*Der Hasenhirt.

Es war einmal ein König von Portugal, der hatte eine sehr schöne Tochter und die hatte so viel Freier, dass sie sich ihrer nicht zu entschlagen wußte, und dass die Wahl ihr mit jedem Tage schwerer wurde, denn jeden Tag kamen ihrer einige Dutzende mehr in der Hauptstadt an. Da ließ der König endlich ein Gebot ergehen: wer ihm einen goldenen Apfel brächte, der solle die Prinzessin haben. Nun wäre es zwar leicht gewesen, sich einen goldenen Apfel beim Goldschmied machen zu lassen, aber damit war es nicht getan, denn der Apfel mußte gewachsen sein und es gibt nur einen Baum in der Welt, worauf sie wachsen.
Nun verloren die meisten Freier den Mut, ein General aber behielt dessen genug und machte sich auf den Weg und kam in einen großen Wald, und als er den hinter sich hatte, da lag eine große Haide vor ihm und mitten auf der Haide stand der Wunderbaum und der glänzte ganz prächtig, so voll goldener Aepfel war er. Kaum stand er daran, als ihm einer der goldenen Aepfel vor die Füße fiel. Den steckte er schnell in die Tasche, aber er war nicht mit einem zufrieden, sondern wollte ihrer mehr haben und rüttelte und schüttelte, aber es wollte keiner fallen. Da nahm er einen Stock und wollte sich welche herunter werfen, aber das half auch nichts, und er mußte sich mit dem einen begnügen, und zog ab. Als er wieder in den Wald kam, begegnete ihm ein kleines graues Männchen, das frug ihn: ‚Ei, mein Freund, was hat er denn in seiner Tasche?‘ Der General sah das Männchen einmal von der Seite an und erwiederte unwirsch: ‚Einen Dreck hab ich.‘ Da sprach das Männchen: ‚Ist’s ein Dreck, dann soll’s auch ein Dreck bleiben,‘ und mit den Worten war es verschwunden.
Als der General in die Hauptstadt kam, da machte er groß Geschrei, dass er den goldenen Apfel habe, und als der König das hörte, ließ er schnell eine prächtige Mahlzeit anrichten; dabei saß der General neben der Prinzessin und meinte schon, er hätte sie. Ja, damit hatte es aber gute Weile, denn als ihm gegen das Ende der Tafel eine große goldene Schüssel vorgehalten wurde und er den goldenen Apfel darauf legen sollte, und er in die Tasche griff und den Wunderapfel herausziehen wollte, da hatte er einen Dreck in der Hand und der roch so übel, dass die Prinzessin ohnmächtig wurde, denn die war derartige Gerüche nicht gewohnt. Der König aber wurde ganz wütend, denn er meinte, der General hätte ihn zum Narren halten wollen; er rief die Schildwache herein, und ließ den General in das dunkelste Gefängniß werfen und ihn nur mit Wasser und Brottraktieren, was dem General lange Zeit nicht zum Besten schmecken wollte.
Nun geschah es, dass ein gemeiner Soldat, der aber ein sehr gutes Herz hatte, desertierte, weil das Soldatenspielen ihm nicht gefiel und er lieber einerlei Tuch am Rock trug, als zweierlei. Der kam auch, aber ganz zufällig, in den großen Wald und da setzte er sich in’s Gras, zog ein Stückchen Wurst und Brot aus der Tasche und schnitt’s zu Scheiben und fing an, es zu verzehren. Indem er damit beschäftigt war, trat das graue Männchen zu ihm und sprach: ‚Mich hungert sehr, gib mir auch ein Stückchen Brotund ein Scheibchen Wurst!‘ ‚Von Herzen gern,‘ sagte der Soldat, schnitt eine dicke Scheibe vom dicksten Ende der Wurst ab, brach das Brotin zwei Teile und gab das größte Stück mit der Wurst dem Männchen. Da sprach das Männchen: ‚Ich danke dir von Herzen und weil du so gut gegen mich warst, so will ich es auch gegen dich sein.‘ Und es zog einen goldenen Apfel aus dem Sack und ein Pfeifchen und gab’s dem Soldaten und sprach: ‚Mit dem Apfel kannst du dir die Königstochter erwerben, wenn du ihn dem König bringst, und das Pfeifchen wird dir auch schon gute Dienste tun.‘ Und fort war’s, und der Soldat wußte gar nicht, wo es hingeraten war, das kleine graue Männchen. Da hätte einer den Menschen springen sehen können! Er konnte lang seiner Freude nicht Meister werden, aber langsam kam es doch, wenn auch sehr langsam, eben wie der alten Frau das Tanzen.
Sein erster Weg war jetzt naTürlich zur Hauptstadt. Da ging er in das Schloss, trat vor den König und sprach: ‚Herr König, ich habe den goldenen Apfel, womit man die Prinzessin erwerben kann.‘ – ‚Hast du den Apfel, dann behalt ihn bis zu Ende der Mahlzeit,‘ sprach der König und ließ schnell Gäste laden und ein Gastmahl zurichten, und der Soldat saß neben der Prinzessin und konnte sich nicht satt sehen, weil sie so sehr schön war, konnte aber gar nicht essen, denn er hatte viel zu viel Freude und hielt stets die Hand am Sack, worin der kostbare Apfel war, denn er war bang, er könnt ihm noch gestohlen werden. Am Trinken ließ er es aber nicht fehlen. Gegen das Ende der Mahlzeit brachte man die goldene Schüssel und da griff er schnell in den Sack, zog den Apfel heraus und legte ihn auf die Schüssel, indem er sprach: ‚Da habt ihr ihn, da ist er!‘ – ‚Ach, wie schön!‘ rief der König und da riefen auch die anderen Alle: ‚Ach, wie schön!‘ Der Soldat aber sprach: ‚Jetzt hab ich euer Begehr erfüllt, Herr König, nun marsch zur Hochzeit, Jungfer Prinzessin!‘
Dazu hatte die Königstochter aber nicht sonderliche Lust, denn der Soldat hatte so schlechte Kleider an und aus der Tasche guckte gar sein Stummelpfeifchen und ein Wurstzipfelchen, und außerdem hatte er so rauhe Hände und roch nach Tabak, so dass sie ein über das anderemal ihr Riechfläschchen vor die Nase hielt. Dem König gefiel der Schwiegersohn auch nicht zum Allerbesten und er meinte, es habe wohl noch Zeit bis in einigen Tagen. ‚In Gottes Namen, wenn’s nicht länger wird,‘ sprach der Soldat. ‚Ich möchte mir auch einen andern Kittel machen lassen.‘ – Das ist gut, dachte der König. Kommt Zeit, kommt Rat.
Der König fing jetzt an nachzusinnen, wie er sich den Schwiegersohn ordentlicherweise vom Halse schaffen könne, aber es fiel ihm kein Mittel ein. Da dachte er an den General, der ihm stets mit klugen Ratschlägen zur Hand gewesen war, wenn der Schuh ihn irgendwo drückte, und er ließ ihn alsbald aus dem Gefängnisse holen und erzählte ihm Alles und frug ihn, was man dem Soldaten noch für ein schweres Stück aufgeben könnte. ‚Das will ich euch sagen, Herr König,‘ antwortete der General. ‚Laßt ihn hundert Hasen aus dem Tiergarten zusammentreiben; die soll er hüten, aber wenn einer ihm laufen geht, dann muß er seinen Kopf dafür lassen.‘ ‚Das soll keinem Tauben gesagt sein,‘ sprach der König, ließ den Soldaten rufen und erklärte ihm kurz und gut, dass er nicht sein Schwiegersohn werden könne, wenn er nicht hundert Hasen drei Tage lang hüte. Darüber zog der Soldat ein kraus Gesicht, aber was half’s? Es wurden hundert Treiber in den Tiergarten geschickt, die mußten die Hasen auftreiben und der Soldat stand mit dem General und dem König am Tor des Tiergartens und wie ein Hase heraussprang, zählte der General: Eins, zwei, drei, bis ihrer hundert waren, da machte er das Tor zu und der König sprach: ‚Jetzt hast du ihrer hundert, wenn du sie nicht jeden Abend richtig heimführst, dann gilt’s deinen Kopf.‘
O weh, dachte der Soldat, und griff sich an den Kopf: er glaubte, er fühle ihn schon wackeln, denn nicht einer von den Hasen hatte gewartet, bis die hundert voll waren, sondern alle waren ins Feld und in den Wald gelaufen, was gibst du, was hast du. Der General lachte aber so recht falsch und der König hielt sich die Hand vor den Mund, um nicht lachen zu müssen, denn der Streich sei allzu gut gelungen, meinte er. Während sie in das Schloss gingen, und dort ein großes Freudenmahl gehalten wurde, schritt der arme Soldat traurig dem Walde zu und dachte, es sei doch recht wahr: Wer mit großen Herren Kirschen esse, den würfen sie mit den Steinen. Am Walde setzte er sich in’s Gras, da fiel ihm das Pfeifchen ein und er dachte: Ei jetzt will ich ein Stückchen pfeifen, was hab ich von dem Kopfhängen! Und er zog das Pfeifchen aus dem Sack und pfiff lustig und zugleich sprangen viele tausend Hasen von allen Seiten hinzu, so dass das ganze Feld mit ihnen voll war und aussah, wie ein großer Hasenpelz. Jetzt wuchs sein Mut wieder, er zählte sich hundert Hasen ab, hieß die Andern ihres Wegs laufen und machte sich einen Zeitvertreib, die hundert Hasen das Exerzieren zu lehren.
Abends nach dem Essen saß der König mit seiner ganzen Familie vor der Tür des Schlosses, als plötzlich in der Ferne etwas laut pfiff. Er schaute hin und frug den General: ‚Ei was ist das für eine Armee, die da heranzieht?‘ Ja wohl war das eine Armee. Der Soldat marschierte wie ein General voraus und die hundert Hasen in vier Abteilungen hinter ihm drein. Jede Abteilung hatte drei Glieder, jedes von acht Hasen und einer hupffte als Offizier vor den anderen her. Alle trugen aber Stöckchen, gerade wie Gewehre, und als sie vor den König kamen, da schulterten sie und präsentierten wie die besten Soldaten.
Da ärgerte sich der General die Seele fast aus dem Leibe, aber er dachte bei sich: Halt, ich kriege dich doch! Er tröstete auch die Prinzessin, die schon wieder vor Schrecken in Ohnmacht gefallen war, es sei ja noch nicht aller Tage Abend und er werde schon sorgen, dass der Soldat morgen Abend nicht mehr alle hundert Hasen zusammen habe.
Am folgenden Morgen verkleidete sich der General als Jäger, kam zu dem Soldaten und frug ihn, ob er ihm nicht einen von den Hasen verkaufen wolle? ‚Warum nicht?‘ sprach der Soldat, der gleich den General erkannte; ‚aber ich fürchte, ihr findet meinen Preis nicht sehr annehmbar.‘ ‚Ich bezahle dir so viel, wie du willst,‘ sagte der General, ‚und wenn es tausend Dukaten sind, denn die Hasen gefallen mir allzu gut.‘ ‚Von Dukaten ist die Rede nicht,‘ sprach der Soldat, ‚aber für fünfzig Prügel ist er mir feil.‘ ‚In Gottes Namen,‘ sagte der General, und der Soldat ging hin und schnitt sich ein junges Eichbäumchen, und der General mußte seinen Rücken entblößen und bekam fünfzig Prügel richtig gezählt und von der besten Sorte, denn der Soldat war ein handfester Bursch. Der General biß sich auf die Lippen, zuckte und zappelte, aber es half ihm nichts, und so hielt er aus und tröstete sich schnell, als er seinen Hasen bekam. Kaum war er aber fünfzig Schritt weg, da pfiff der Soldat sein Stückchen und sogleich schmiß der Hase den General vom Gaul, dass ihm Hören und Sehen verging und kam wieder und der General konnte gefoppt nach Hause gehen.
Da schickte die Prinzessin ihre Kammerjungfer weg, dass die dem Soldaten einen Hasen abschwatze. Die kam und tat schön mit dem Soldaten und schmeichelte ihm und bat ihn, er möge ihr doch eins der Häslein verehren; sie gefielen ihr so gut, weil sie so geschickt seien. ‚Von Verehren ist hier die Rede nicht, aber ihr könnt euch einen verdienen,‘ sprach der Soldat, ‚welcher den Pfiff wohl merkte.‘ ‚Sagt nur wie,‘ sprach sie, ‚ich bin Köchin und will euch gut Essen besorgen.‘ ‚Ich spreche nicht von Essen, aber für fünfzig Prügel könnt ihr ihn haben.‘ Wenn’s nicht anders ist,‘ sprach sie, und der Soldat ging und schnitt sich einen Schwarzdornstecken und nahm ihr fünfzigmal das Maß auf dem Rücken, dass ihr die Augen dabei überliefen. Dann bekam sie ihr Häslein und konnte gehen, aber als sie kaum hundert Schritte weit war, da pfiff der Soldat und plumps lag sie auf dem Rücken und das Häslein war wieder bei seinen Kameraden.
Zu Hause erzählte sie ebenso wenig, wie es der General erzählt hatte, wie teuer ihr das Häschen zu stehen gekommen, sondern nur, dass sie es verdient gehabt hätte und dass es ihr wieder fortgelaufen sei. ‚Du hast dich ungeschickt angelegt,‘ sagte die Prinzessin, ‚ich werde schon eins heim bringen.‘ Und sie zog sich als Wildprethändlerin an und ging selber hin, tat auch recht schön mit dem Soldaten und sagte ihm, sie wolle ihm viele Hirsche und Rehe geben, wenn er ihr nur einen von seinen Hasen überlassen wolle. Der Soldat aber erkannte sie auf den ersten Blick, tat jedoch nicht, als ob er etwas merke und sagte: ‚Von Tauschen ist hier nicht die Rede, aber ihr könnt euch ein Häslein verdienen.‘ ‚Sagt nur wie,‘ sprach die Prinzessin. ‚Mit sieben Küssen,‘ sprach der Soldat. O weh! dachte die Prinzessin, das ist sauer, aber sie hielt doch her und der Soldat sprang bei jedem Kuß mannshoch vor Freude, während sie ein Gesicht schnitt, als ob sie Essig und Pfeffer und Wermut verschluckt hätte. Dann bekam sie ihr Häschen und sprang vor Freude selber wie ein Häschen, denn sie dachte des Soldaten jetzt los zu sein. Als sie aber ihrem Vater, der ihr entgegen gekommen war, das Häschen zeigen wollte, da ging ein lauter Pfiff und husch war das Häslein weg und wieder bei seiner Sippschaft. Sie hütete sich aber wohl, zu erzählen, wie sie es verdient hatte.
„Dass dich das Mäuslein biss‘! fluchte der König, als er das sah; jetzt will ich doch selber wissen, ob ich nicht einen Hasen bekommen kann! Und er verkleidete sich auch und ging auch zum Soldaten, der ihn alsbald erkannte. ‚Sind dir die Hasen feil?‘ frug der König. ‚Ja,‘ sprach der Soldat, ‚aber ich verkaufe sie nicht, ihr müßt sie verdienen.‘ ‚Gut, aber wie?‘ frug der König. ‚Wenn ihr dreimal den Gaul dort am Schwanz küßt und dazwischen jedesmal in die Faust trompetet, dann schenk ich euch einen Hasen.‘ Der König zog einen schiefen Mund, aber der Soldat sah nicht aus, wie einer, der leicht seinen Willen ändert, und somit ging der König an sein schweres Werk, und als er es vollendet, bekam er seinen Hasen, den er wohl und sicher bei den Ohren faßte und triumphirend nach Hause trug. Als er ihn aber gerade der Prinzessin zeigen wollte, scholl des Soldaten Pfeifchen und fort war der Has, und der König meinte vor Ärger in die Luft zu fliegen, als der Soldat Abends wieder mit seiner Armee einrückte. Er ließ darum den General holen und die beiden sannen ein neues schweres Stück für den Soldaten aus.
Als dieser am dritten Tage seine Armee auf die Weide führen wollte, ließ ihn der König rufen, zeigte ihm einen Sack, der war hundert Ellen lang und hundert Ellen breit und gab ihm auf, den voll Wahrheiten zu machen, wenn er das nicht könne, dann werde ihm der Kopf abgeschlagen. ‚Das will ich gerne und das ist leicht,‘ sprach der Soldat, und fuhr dann also fort: ‚Ich habe hundert Hasen bekommen, die sollt ich hüten, dass nicht einer davon spränge. Ist das nicht wahr?‘ – ‚Das ist wahr,‘ sprach der König. ‚Marsch in den Sack ihr Hasen!‘ rief der Soldat und hups, hups sprangen die Häslein in den Sack, und der Soldat fuhr fort: ‚Als ich mit ihnen auf der Weide war, kam ein Jäger und wollte mir einen Hasen abkaufen; das wollt ich nicht und sprach, er solle sich ihn verdienen, und da hat er sich ihn mit fünfzig derben Prügeln verdient; ist das nicht wahr, Herr General?‘ – ‚Das ist gelogen!‘ schrie der General, aber der Soldat sprach: ‚Knüpft ihm nur das Wams los, ihr könnt sie noch alle fünfzig zählen, denn sie hatten ihr volles Gewicht und keiner war zu leicht.‘ Da befahl der König, dass der General seinen Rücken zeige, und als Jedermann die Striemen darauf sah, da mußte der General zu den Häslein in’s Quartier. Der Soldat aber erzählte weiter: Dann kam ein Jüngferlein zu mir, eine Köchin, die wollte mich mit Schmeicheleien fangen und mit gutem Essen und Trinken locken, aber ich ließ mich nicht hinter’s Licht führen und sie mußte auch ihr Häslein verdienen und zwar mit fünfzig Prügeln. Das war die Kammerjungfer der Prinzessin, ist das wahr, oder nicht? – ‚Ist das wahr?‘ frug der König, aber die Kammerjungfer war nicht zu finden. ‚Nun wo ist sie denn?‘ frug der König. Da rief sie aus dem Sack heraus: ‚Ich bin schon hier, es ist wahr, es ist Alles wahr.‘ Nun weiter sprach der Soldat: ‚Darauf kam eine Wildprethändlerin, die bot mir Hirsche und Rehe an, aber sie sollte auch ihr Häslein verdienen.‘ – ‚Es ist wahr, es ist wahr!‘ rief die Prinzessin, welche rot war bis hinter die Ohren, und der Soldat hielt den Sack auf und husch war sie hinein. ‚Jetzt weiter,‘ sprach der Soldat, und der König rückte unruhig hin und her auf seinem Thron, als ob’s ihm nicht recht behaglich darauf wär, grad als säß er auf Nadeln, Disteln und Dornen. Daran kehrte sich der Soldat aber nicht, sondern fuhr fort: ‚Zuletzt kam einer, der sich auch sein Häslein verdienen wollte, aber der hat’s kurios verdienen müssen. Ich hab ihm aufgegeben‘ – – ‚Still, still, still!‘ rief der König. ‚Der Sack ist ja ganz voll und kein Platz mehr darin. Morgen hältst du Hochzeit.‘
Da öffnete der Soldat den Sack und ließ alle Wahrheiten wieder heraus und am folgenden Tage hielt er Hochzeit und hatte genug zu leben, und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch.

Aus: Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Hausmärchen
(1851)
Rechtschreibung und Grammatik leicht korrigiert.

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